Leuchtfeuer (2)

 
Liebesbriefe (2)

 

… eingereicht von Leonie Lucas, 11 Juni 2010

 
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12.04 196… ….

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„Mein Liebster, du nennst mich „dein Licht“ und das möchte ich dir auch gern sein, doch gelingt mir dies auch wirklich aus der Ferne? Heute ging ich ins Dorf, der Großvater wollte Bier und Zigaretten, er ist immer noch sehr schwach und ich hatte ihm aus der Stadt nichts von dem Gewünschten mitbringen können. Wie sehr genoss ich den Spaziergang durch den Wald, sog ihn ein Duft nach Moos, Kiefern und Meer…“ (Daniel konnte nicht anders als es ihr von seinem Platz vor seiner kleinen, gemieteten Kate aus, gleich zu tun) „…Der Empfang im Laden von Frau Kruse, kam mir ein wenig kühler vor als sonst. Theresa, war auch da, sie herzte mich und hakte sich unter und als die alte Hansen nicht aufhören wollte, davon reden, wie glücklich du doch sein müsstest als Ehemann einer so schönen und reichen Frau, zog sie mich aus dem Geschäft. Ach, Liebster, liebte ich Frauen, ich würde deine Schwester vom Fleck weg heiraten. Die gute Seele begleitete mich nach Hause dort gab sie mir deinen Brief, der mich so traurig macht. Ach könnt ich dir doch Mut machen, dich lieben und schützen. Du hast ihr das „Ja“ verweigert, bist geflohen, aber nicht zurück zu mir, sondern hinaus zur See du willst niemand als nur mir gehören, schreibst du, und entschiedest dich für die See deren Unberechenbarkeit du leichter ertragen könntest, als die Gewissheit nie der meine sein zu dürfen. Ich will nicht mehr daran denken. Für mich bist du längst der meine…..

Ab heute werde ich jeden Abend. Das Leuchtfeuer entzünden, immer zu der dir bekannten Zeit. Ich werde es entzünden und an dich denken, hoffend du denkst zur selben Zeit an mich, sodass wir uns treffen. Irgendwo Fern und uns nah dann sind. Ich hier in der Heimat du weit in der Ferne auf einem Schiff. Einem Schiff von dem ich hoffe ,einst bringt es mich doch zu dir, und uns dorthin wo wir geborgen sind. Gemeinsam. Immer. Theresa drängt. Sie muss gehen und will sie dir diesen Brief doch noch heute schicken…..

Ich küsse dich, ich liebe dich, L.“….

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05.05.196……..

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Mein Liebster, ich habe Blumen vor dein Bild gestellt und einen Kuchen gebacken. Ja, ICH, habe ihn gebacken und Luischen nennt ihn köstlich. Sie ist hier, aber ohne Brief von dir, was mich sehr quält, und der Großvater, sie und ich denken deiner. Denn du hast heute Geburtstag. Liebster, ist es für dich ein glücklicher Tag. Wo bist du jetzt auf rauer See oder in einem exotischen Land, das dir so viel Neues bietet, dass du mich vergisst, mich und unseren Turm? Es stimmt mich traurig, so traurig, dass ich seit mehr als drei Wochen nicht von dir hörte. Hören- ach, könnte ich doch wie Theresa, auch mal deine Stimme am Telefon hören. Neulich riefst du sie aus irgendeinem fernen Land an. Sie konnte dich kaum verstehen und dennoch. Könnte ich dir doch nur sagen, wie sehr ich mich nach dir sehne, wie sehr ich dich begehre, immer begehren werde. Heute am Abend, zu unserer Stunde, werde ich eine Stück Kuchen und eine Kerze nehmen ,mich in das Licht unseres Turmes setzen, noch einmal ganz stark an dich denken, den Kuchen „gemeinsam“ mit dir essen. Damit dein neues Lebensjahr gut und liebevoll beginnt. Ich werde mir dein Gesicht vorstellen, mit deinen glänzenden Augen, die mich immer an alten Cognac erinnern, mit deinen weichen hellen Haaren, deinem Lächeln, das alle Sorgen vertreibt. Liebster, trägst du auch immer unseren Turm bei dir? Er schützt dich, glaub es mir, denn er trägt meine Liebe zu dir in sich. Er schützt dich und bringt dich sicher zurück. So wie das Leuchtfeuer unseres Turmes die andern Schiffer. Und so Gott will auch bald dich. Auf ewig, L.“….

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Daniel hielt einen Moment inne, er wusste nicht ob er bewegt oder wegen der doch einwenig kitschigen Wortwahl auch peinlich berührt war. Obwohl.. Hatte sich in der Liebe, hatte n sich die Worte mit denen man Liebe ausdrückt wirklich so geändert seit damals? Können innige Worte der Liebe je wirklich kitschig sein? „Mein Gott“, er musste ein wenig über sich lächeln nun übernimmst du sogar schon ihre Wortwahl…….

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25.05.196……

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„Liebster, immer noch kein Wort von dir. Was ist geschehen?….

Hast du mich vergessen? Dann möchte ich lieber sterben. Geht es dir schlecht, bist du erkrankt? Da möchte ich bei dir sein…..

Theresa kommt nicht mehr sooft, auch sie ist verliebt doch das weißt du sicher. Sie wird sich bald wirklich vermählen und in die Stadt ziehen. Dann sind wir alleine. Der Großvater, unser Turm , meine Liebe zu dir und ich. Liebster, geht es dir gut. So melde dich doch sobald es geht. L.“ ….

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von | Januar 13, 2011 · 2:46 am

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