Die Katze im Sack. – Kivi

 
Die Katze im Sack.

Dann fragte er, ob wir fögeln wollen und meinte eigentlich ‚Steh‘ auf und geh irgendwohin.‘ und sie sagte ‚Ok.‘, meinte aber die noch ungeöffnete Flasche Wein, die sich nicht wirklich in die abgenutzten Tchibogläser entleeren wollte.
Irgendwann wurde es dunkel und er zog sich aus, weil er sich eigentlich anzog, um sich unbedingt in die Kälte zu stürzen. Sie zog an ihrem Schuh und die starrende Flasche fiel bestürzt zu Boden. ‚Bestürzte weinen nicht‘, sagte der Wein verstört. Und alles verstörte sich entblöst auf dem Tisch. Scherben bohrten sich in Häute und Stoffe saugten am Wein. Aufgekratzte Organe fühlten und feuchte Münder aßen einander. Aßen stundenlang. Bis sie satt waren und irgendwann soetwas wie Wärme schmeckten. Ein warmes Kribbeln, das die Blutbahn beschlich und sich er und sie wieder anzogen, weil beide sich ausziehen wollten. Und sich dabei anschwiegen, weil sie sich so viel sagen wollten. Und alle aufstanden, und sich wiedersehen wollten. Es aber nicht taten. Weil sie sich wiedersehen wollten.

(c)Kivi

 

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Eingeordnet unter Kivi Lake, Prosa

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