Wie das Künstliche vom Natürlichen unterscheiden?

 

Wie das Künstliche vom Natürlichen unterscheiden?

 

Ich bin es selbst,
rief ich, und sie
versuchten, mir weis-
zumachen ich gehöre
schon längst zu ihnen.

Alles Neinsagen nur
ein Versuch, Jasagen
hieß: sei auf der Hut !
Wunderbar, das artikulierte
Aussprechen der Verbote, wir lachten,
wie jemand du darfst nicht aussprach. Es ist
eine schöne Zeit, wenn das Kleine immer nur
gut ist. Du weißt, jetzt schon entziffert Erinnerung
die Schrift entrückter Nähen, und noch immer bin ich
selbst es, dieses Unverlorene, das mich immer noch ruft.

Das ich rief und jetzt rufe hinein ins Lachen,
Erzählen, wie es war, nach so wenig eigner Geschichte,
ihr, meine Gegenwärtigen, meine liebsten Gestalten der
Trauer. In euch wohnt mein Vergessen, rief ich, wie das
Künstliche vom Natürlichen unterscheiden, riefen sie einzeln, dann
im Chor,
und du, sagen sie, eine Gegenrede, die natürlich wäre, gibt es doch,
gibt es
doch!

 

Angelika Janz

 

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Eingeordnet unter Angelika Janz, Lyrik

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