Archiv der Kategorie: Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke – Engellieder

 

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  • Rainer Maria Rilke – Engellieder
    gelesen von Hannah Schygulla
  • Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
    und er verarmte in meinen Armen
    und wurde klein, und ich wurde groß:
    und auf einmal war ich das Erbarmen,
    und er eine zitternde Bitte bloß.

    Da hab ich ihm seinen Himmel gegeben, –
    und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
    er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
    und wir haben langsam einander erkannt …

    Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,
    kann er frei seine Flügel entfalten
    und die Stille der Sterne durchspalten, –
    denn er muß meine einsame Nacht
    nicht mehr die ängstlichen Hände halten –
    seit mein Engel mich nicht mehr bewacht.

 

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Zitat am Freitag: Rilke über die Liebe

 
Danke an Jarg via Ulla … dies ist nicht nur ein wunderbarer Morgengruß, sondern auch wahr!

 

So sagen Oskar Negt und Alexander Kluge in ‚Geschichte und Eigensinn‚, S. 930: „Orte, an denen ich glücklich war, heißt: die Gegenstände stehen an Orten, an denen sie durch Personen, durch die ich glücklich wurde, hingestellt wurden. Sie sind angefaßt worden. Die Wege zwischen ihnen waren die Gänge von Personen. Bestimmte Abenddämmerungen, Herbsttage, Zeiten von Tauwetter, erinnern an glückliche Umstände und vor allem an einen Umkreis von Menschen, die vielleicht zu diesem Zeitpunkt gar nicht anwesend waren, zu denen aber eine feste und zuverlässige Beziehung bestand. Marx, Grundrisse, S. 280: „Das Eigentum an der eigenen Arbeit ist vermittelt durch das Eigentum an der Bedingung der Arbeit […] seinerseits garantiert durch das Dasein der Gemeinde […]“ Marx bezweifelt, ob es diesen Zustand ursprünglichen Eigentums je ungestört gegeben hat. In konkreten Wahrnehmungen ausgedrückt, ist weder das Gemeinwesen, noch sind die Urobjekte ausschließlich befriedigende Bezüge. Es hat sich also nicht Befriedigung und konkrete Wahrnehmung in diesem Zusammenhang akkumuliert, sondern das Bedürfnis nach Befriedigung hat sich eine Konstruktion gemacht, unter Auslassung der Unglücksmomente.“

 
Konkret gesagt, Liebe ist ein Diskurs jenseits allein von Begehrlichkeiten, Vorstellungen, Illusionen und wahrscheinlich auch Sprache … Ich empfehle dazu die Novelle von Alexander Klug: Ein Liebesversuch

 

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Rainer Maria Rilke • Die Liebende [Stille Lesung] • Renoir: Zwei Schwestern

 
… gefunden bei Ilse Jehle

 

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Liebes-Lied von Rainer Maria Rilke eingereicht von Ulli, 12. April 2010

«Liebes-Lied» von Rainer Maria Rilke 

eingereicht von Ulli
 

Liebes-Lied
 

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Hand,

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von | November 30, 2010 · 6:44 pm