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Ich denke an Dich … von Uwe Kampmann

 
Ich denke an Dich

Die Lieblichkeit Deiner Worte erreicht mich und weckt meine Gefühle,
tief und heiss möchte ich auf Dir reisen,
auf Deinen Anhöhen ruhen.
In der Tiefe mich an Deiner Lava wärmen,
Dich von meiner Essenz kosten lassen
und Deinem inneren Blick in die Augen schauen.

Im Licht der Kerzen möchte ich dich flackern sehen,
deine Hände spüren wie sie nach der Liebe greifen,
im Wind deine Haare wehen sehen.
Wie ein Schleier liegst Du auf mir
ohne zu verbergen was uns treibt,
die Nacht verbirgt uns vor den Augen.

Du ahnst meine Waffen und glättest sie wie Seide,
ich spüre deine Scheu auf der Flucht,
deine Lippen öffnen sich zum Kuss
lang und tief, leise im Raum
betrete ich dein Gemach.
Drei Worte des Verlangens in Deinem Ohr
Dein Stöhnen sagt ja und streckt sich mir entgegen.

Meine Hände erfassen Dich von hinten,
von vorn umschliesst die Blüte den Stiel
wie eine Woge im Rausch türmt sich Dein Schrei,
das Meer reisst Dich in die Tiefe;
nass und feucht versinkst Du im Rausch Deiner Sinne
strudeln und wölben mit Glanz in den Augen,
wild liegst Du in der Seide.

Nichts kann uns halten, nur die Lust der Worte
begleiten uns wild, geil und ungehalten
von hier, kein Weg führt zurück
verlassen wir unsere Haut und giessen ineinander
aus dem Kelch der Blume. Der saftige Stiel
tropft wie im Regen, nass und feucht,
die Frucht unserer Liebe rinnt aus Dir.

Der Blick unserer Augen erfasst unser Lächeln,
leise verlieren sich die Worte,
die Hände suchen das Vergangene.
Ein Kuss erneuert den Bund, tief und heiss
drei Worte erreichen Dein Ohr.
Du bist noch seelig trunken von meiner Essenz,
die Träume sind wahr, wir müssen nur leben.

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Eingeordnet unter Lyrik, Uwe Kampmann

Leuchtfeuer (2)

 
Liebesbriefe (2)

 

… eingereicht von Leonie Lucas, 11 Juni 2010

 
……….

12.04 196… ….

.. ..

„Mein Liebster, du nennst mich „dein Licht“ und das möchte ich dir auch gern sein, doch gelingt mir dies auch wirklich aus der Ferne? Heute ging ich ins Dorf, der Großvater wollte Bier und Zigaretten, er ist immer noch sehr schwach und ich hatte ihm aus der Stadt nichts von dem Gewünschten mitbringen können. Wie sehr genoss ich den Spaziergang durch den Wald, sog ihn ein Duft nach Moos, Kiefern und Meer…“ (Daniel konnte nicht anders als es ihr von seinem Platz vor seiner kleinen, gemieteten Kate aus, gleich zu tun) „…Der Empfang im Laden von Frau Kruse, kam mir ein wenig kühler vor als sonst. Theresa, war auch da, sie herzte mich und hakte sich unter und als die alte Hansen nicht aufhören wollte, davon reden, wie glücklich du doch sein müsstest als Ehemann einer so schönen und reichen Frau, zog sie mich aus dem Geschäft. Ach, Liebster, liebte ich Frauen, ich würde deine Schwester vom Fleck weg heiraten. Die gute Seele begleitete mich nach Hause dort gab sie mir deinen Brief, der mich so traurig macht. Ach könnt ich dir doch Mut machen, dich lieben und schützen. Du hast ihr das „Ja“ verweigert, bist geflohen, aber nicht zurück zu mir, sondern hinaus zur See du willst niemand als nur mir gehören, schreibst du, und entschiedest dich für die See deren Unberechenbarkeit du leichter ertragen könntest, als die Gewissheit nie der meine sein zu dürfen. Ich will nicht mehr daran denken. Für mich bist du längst der meine…..

Ab heute werde ich jeden Abend. Das Leuchtfeuer entzünden, immer zu der dir bekannten Zeit. Ich werde es entzünden und an dich denken, hoffend du denkst zur selben Zeit an mich, sodass wir uns treffen. Irgendwo Fern und uns nah dann sind. Ich hier in der Heimat du weit in der Ferne auf einem Schiff. Einem Schiff von dem ich hoffe ,einst bringt es mich doch zu dir, und uns dorthin wo wir geborgen sind. Gemeinsam. Immer. Theresa drängt. Sie muss gehen und will sie dir diesen Brief doch noch heute schicken…..

Ich küsse dich, ich liebe dich, L.“….

.. ..

05.05.196……..

.. ..

Mein Liebster, ich habe Blumen vor dein Bild gestellt und einen Kuchen gebacken. Ja, ICH, habe ihn gebacken und Luischen nennt ihn köstlich. Sie ist hier, aber ohne Brief von dir, was mich sehr quält, und der Großvater, sie und ich denken deiner. Denn du hast heute Geburtstag. Liebster, ist es für dich ein glücklicher Tag. Wo bist du jetzt auf rauer See oder in einem exotischen Land, das dir so viel Neues bietet, dass du mich vergisst, mich und unseren Turm? Es stimmt mich traurig, so traurig, dass ich seit mehr als drei Wochen nicht von dir hörte. Hören- ach, könnte ich doch wie Theresa, auch mal deine Stimme am Telefon hören. Neulich riefst du sie aus irgendeinem fernen Land an. Sie konnte dich kaum verstehen und dennoch. Könnte ich dir doch nur sagen, wie sehr ich mich nach dir sehne, wie sehr ich dich begehre, immer begehren werde. Heute am Abend, zu unserer Stunde, werde ich eine Stück Kuchen und eine Kerze nehmen ,mich in das Licht unseres Turmes setzen, noch einmal ganz stark an dich denken, den Kuchen „gemeinsam“ mit dir essen. Damit dein neues Lebensjahr gut und liebevoll beginnt. Ich werde mir dein Gesicht vorstellen, mit deinen glänzenden Augen, die mich immer an alten Cognac erinnern, mit deinen weichen hellen Haaren, deinem Lächeln, das alle Sorgen vertreibt. Liebster, trägst du auch immer unseren Turm bei dir? Er schützt dich, glaub es mir, denn er trägt meine Liebe zu dir in sich. Er schützt dich und bringt dich sicher zurück. So wie das Leuchtfeuer unseres Turmes die andern Schiffer. Und so Gott will auch bald dich. Auf ewig, L.“….

.. ..

Daniel hielt einen Moment inne, er wusste nicht ob er bewegt oder wegen der doch einwenig kitschigen Wortwahl auch peinlich berührt war. Obwohl.. Hatte sich in der Liebe, hatte n sich die Worte mit denen man Liebe ausdrückt wirklich so geändert seit damals? Können innige Worte der Liebe je wirklich kitschig sein? „Mein Gott“, er musste ein wenig über sich lächeln nun übernimmst du sogar schon ihre Wortwahl…….

.. ..

25.05.196……

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„Liebster, immer noch kein Wort von dir. Was ist geschehen?….

Hast du mich vergessen? Dann möchte ich lieber sterben. Geht es dir schlecht, bist du erkrankt? Da möchte ich bei dir sein…..

Theresa kommt nicht mehr sooft, auch sie ist verliebt doch das weißt du sicher. Sie wird sich bald wirklich vermählen und in die Stadt ziehen. Dann sind wir alleine. Der Großvater, unser Turm , meine Liebe zu dir und ich. Liebster, geht es dir gut. So melde dich doch sobald es geht. L.“ ….

….

.. ..

 

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von | Januar 13, 2011 · 2:46 am

Leuchtfeuer (1)

 
Liebesbriefe (1)

 

… eingereicht von Leonie Lucas, 10 Juni 2010

 
……….

21.03.196……

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„Mein Liebster, dies kleine Abbild „unseres“ Turmes, soll dir sagen, welche Schachzüge das Leben auch für dich bereit hält, wohin die Wogen des Schicksals dich auch tragen- wie ein Leuchtturm den Schiffern den Weg nach Hause weist, so werde auch ich immer da sein für dich, dir ein Licht im Dunkeln sein, dich finden, wenn du noch suchst…“ ….

Daniel legte das vergilbte Stück zurück vor sich auf den Gartentisch. Er betrachtete die Schachfigur, einen der weißen Läufer. Die Figur war detailverliebt im Stil eines Leuchtturms bemalt worden: der abgerundete obere Teil, wirkte haargenau wie die Plattform eines echten Leuchtturmes samt Brüstung, signalroten Dach und der nach allen 4 Himmelsrichtungen leuchtenden Lampen. Daniel musste schmunzeln, die Absenderin, diese Liebeserklärung, war offensichtlich keine Schachspielerin, denn sonst hätte sie doch einen Turm genommen um einen Turm zu symbolisieren. Oder hatte sie ihn gewählt, weil er irgendwie ein Phallussymbol war. Traumverloren strich er über die alte Seemannsjacke in deren tiefen Taschen, er die Figur, mehrere Briefe und eine kleine Zigarrenkiste mit liebevoll gehüteten Erinnerungen, wie Steinen, halb zerbrochenen Muscheln und Ähnlichem, gefunden hatte. Die Jacke selbst hatte er hier in der Walachei wie Johannes es nennen würde, in dem Trödelladen eines alten Mannes gefunden. Eines Seebärens, wie er allen herrschenden Klischees nicht besser entsprechen konnte. Sie hatte ordentlich in eine Kleiderhülle gepackt in einer großen Kiste gelegen, und ihn magisch angezogen. Der Preis war ihm überteuert erschienen, doch jetzt, da er so langsam ein Geheimnis nach dem anderen entdeckte… Nach einem weiterem Schluck Bier las er weiter: „Ich wünsche dir so sehr, dass du in ihren Armen so glücklich wirst wie ich es in den deinen immer war. Noch immer spüre ich deine sanfte Berührung auf meiner Haut, habe seit Tagen keine Feuer mehr gemacht, aus Angst, die Wärme nähme deinen Geruch, der immer noch in der Luft hängt mit fort und ließe mich zurück allein und leer. Heute ist Frühlingsanfang, doch in meiner Seele ist tiefster Winter. Ach, kämst du doch zu mir zurück. Macht sie dich auch glücklich? Ist ihr Vater gut zu dir. Ach, alles, Liebster, wirklich alles möchte ich wissen. Doch mit dem Turm trägst du auch meine ganze Liebe bei dir- und meinen Schutz…..

Ich küsse dich, L“….

.. ..

„Noch jemand, der unglücklich liebt.“ Daniel sah hinaus aufs Meer. In der Ferne sah er einen Leuchtturm, weiß mit roter Galerie. Ob das wohl Der Turm von L. und ihrem Geliebten war? ….

.. ..

.. ..

….

02.04.196……

„Mein Liebster, heute ist er also da, der schwärzeste Tag in meinem Leben. Du hast ihr dein „Ja-Wort gegeben, dass du mir in deinem letzten Brief noch einmal schriebst, du liebtest nur mich macht den Schmerz noch größer, zerreißt das Herz mir umso mehr. Es ist Abend, ich sitze hier im flackernden Licht unseres Turms. Großvater liegt krank im Häuschen nebenan in unserer guten Stube. Auch sein Herz schmerzt, wenn auch aus anderem Grunde. So zünde ich das Leuchtfeuer heute an, schaue in die Richtung wo ich dich vermute und weine. Was machst du jetzt? Tanzt du noch mit ihr, oder liegt sie bebend schon in deinen Armen, machst du sie ganz zu der deinen gerade jetzt? Sicher liegt sie gerne bei dir. Wie kann sie es auch nicht genießen, wie kann sie nicht immer mehr und mehr Liebe und Zärtlichkeit wollen von dir, der mir den Himmel auf Erden gab. Auch wenn es nun die Hölle ist. Und du? Findest du bei ihr was ich dir nicht geben kann? Ich wünsche dir dass sie dich glücklich macht. Ewig. Und wünsch euch beiden zur Hölle. Für immer…..

L.“….

.. ..

Fortsetzung folgt …

 

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von | Januar 13, 2011 · 2:44 am

Lara Fabian – Je t’aime, 10 Juni 2010

 

 
D’accord, il existait d’autres façons de se quitter
Quelques éclats de verre auraient peut-être pu nous aider
Dans ce silence amer, j’ai décidé de pardonner
Les erreurs qu’on peut faire à trop s’aimer
D’accord la petite fille en moi souvent te réclamait
Presque comme une mère, tu me bordais, me protègeais
Je t’ai volé ce sang qu’on aurait pas dû partager
A bout de mots, de rêves je vais crier
Je t’aime, je t’aime
Comme un fou comme un soldat
comme une star de cinéma
Je t’aime, je t’aime
Comme un loup, comme un roi
Comme un homme que je ne suis pas
Tu vois, je t’aime comme ça
D’accord je t’ai confié tous mes sourires, tous mes secrets
Même ceux, dont seul un frère est le gardien inavoué
Dans cette maison de pierre, Satan nous regardait danser
J’ai tant voulu la guerre de corps qui se faisaient la paix
Je t’aime, je t’aime
Comme un fou comme un soldat
comme une star de cinéma
Je t’aime, je t’aime
Comme un loup, comme un roi
Comme un homme que je ne suis pas
Tu vois, je t’aime comme ça…

 

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von | Januar 13, 2011 · 2:37 am

Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen

 

… eingereicht von Emma, Ministerin für’s Träumen, 27. April 2010

 

Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen…

Nur sehr schwer kann sie ihre Augen öffnen. Zu sehr blendet sie das Licht, welches durch das Fenster hinein scheint. Die ganze Nacht hat es wieder geschneit. Alles schimmert und glitzert in dem hellen Weiß. Ein Anblick, wie aus einer anderen Welt, wenn alles so friedlich scheint, der sich über den Dächern der Stadt bietet.

Es fröstelt sie wie jeden Wintermorgen beim Aufstehen.

Verschlafen hüllt sie sich in eine Wolldecke ein. Bewegt sich mit immer wieder streifenden Blick aus den Fenstern in ihre Küche. Der Anblick der sichtbaren Kälte lässt sie schaudern. Umso schneller macht sie sich daran einen frischen Kaffee zu kochen um sich mit diesem in ihrer Lieblingstasse auf dem Sofa in ihrer Wohnküche niederzulassen. Eingekuschelt in ihrer Decke.

Es ist Sonntag. Alle Zeit dieser Welt scheint den Raum zu füllen. Alle Zeit den Gedanken, den Träumen, all dem was in ihr ist Platz zu  geben und ihnen freien Lauf zu lassen. Auch weil sie heute nichts weiter vorhat. Ein Tag ohne Erwartungen, Verpflichtungen und auch ohne falsche Hoffnungen. Vielleicht kann sie auch gerade deswegen diesem Tag alleine so entspannt entgegen sehen. Es ist Valentinstag. Tag der Verliebten, wie man immer so schön sagt, denkt sie lächeln in sich hinein.

Spürt sie die Liebe in sich doch genauso intensiv wie an jeden Tag. Doch auch diese Liebe musste sie erst für sich entdecken. Was heißt es zu lieben, die Liebe überhaupt in sich zu spüren? Noch vor einem Jahr hat sie sich gefragt: „Kann ich überhaupt wirklich lieben? Habe ich jemals wahrhaftig geliebt?“ Jedes mal zu dem damaligen Zeitpunkt musste sie sich eingestehen, es nicht zu wissen. Ging sie aber nach ihrem innersten Gefühl, so war sie der festen Überzeugung, nein. Heute und schon einige Zeit länger kann sie sagen: „Ja sie kann lieben.“ Lieben aus dem tiefsten Herzen, ohne Bedingungen und Erwartungen.
Durfte sie Erfahrungen sammeln, die fern von jedem Begreifbaren, ihres bis dahin rationalen Verstandes sind. Dinge die nicht zu erklären sind, weil sie einfach sind, wie sie sind. Genauso wie die Liebe in ihr auflebte, durch die Flamme die er in ihr entfachte. Sie es schaffte alles zu zulassen, sich zu öffnen und spürte was alles ist.

Schon schwelgt sie in der Erinnerung. Wie sie sich kennen lernten.

Von der ersten Begegnung, den einigen die noch waren und den vielen die noch folgen sollten. Leider können sie trotz der ganzen gegenseitig empfundenen Liebe nicht zusammen sein. Zu verschieden sind die Leben die sie leben. Zu weit entfernt finden sie statt. Jeder von beiden kann es auch nicht so einfach aufgeben. Zu groß ist die Verantwortung, die sie für andere haben und die Ängste die vor dem Zulassen und von Verletzungen haben.

Gleichzeitig ist es auch zu unfassbar was geschieht. Und doch sind sie unendlich und über Grenzen miteinander verbunden. Selbst wenn eine aktive Kommunikation mal nicht möglich ist. Bedarf es oft nicht vieler Worte, denn der andere weis wie es dem anderen geht. Als wären die Seelen verbunden. Eine Einheit. So schön wie dieses Gemeinsame auch ist, so schwer und leidvoll ist diese unerklärbare Anziehung oft auch zu ertragen.

So oft habe sie schon versucht mit allem zu brechen. Loszulassen, von allem dem, um frei und wieder ganz für sich zu sein. Immer in dem festen Glauben, dass es für alle und vor allem für den anderen das Beste ist.

Keiner kann und will den anderen leiden sehen, weil er jedes Mal selber mit leidet. Aber am Ende wurde jedes Mal alles nur noch schlimmer und intensiver. Obwohl sie zum Schluss es vermieden haben, sich noch einmal zu begegnen. Wobei jede Realisierung einer Begegnung sich als schwierig darstellte.

Heute kämpfen sie gegen diese Liebe und Verbundenheit nicht mehr an. Lassen alles zu so wie es ist, da sie erkannt haben, dass sie einfach keinen Einfluss darauf haben. Ist es viel mehr als nur ein verliebt sein. Viel weiter, tiefer, unendlicher und grenzenloser. Etwas was sie in so einer Intensität und Wahrhaftigkeit noch nie erlebt hat und greifen kann.

Auf einmal wird sie aus den ziehenden Gedanken und der Ruhe, in der sie sich befindet herausgerissen. Das Telefon klingelt. „Sonntag Vormittag wer mag das sein?“ denkt sie sich. Doch sie geht dran.

„Ja, bitte?“ spricht sie in das Unbekannte, denn sie hat es in ihrem Tran versäumt auf die Anzeige zu schauen, wer da anruft.

„Hallo, ich bin es“ entgegnet er.

Für einen Moment stockt ihr Herz vor Freude und Überraschung. Hat sie jetzt mit jedem gerechnet aber damit seine Stimme zu hören. „Hallo“ entgegnet sie zaghaft, verlegen und leise.

„Ich wollte mich, auch wenn es mir gerade sehr schwer fällt, an so einem Tag wie heute wenigstens melden. Wenn wir uns die Tage schon nicht sehen konnten. Wie geht es dir heute?“

„Wieso fällt es dir schwer dich zu melden? Bin doch nur ich!“ fragt sie erstaunt.

„Genau deswegen fällt es mir doch schwer, weil du es bist. Ich einfach nur traurig und enttäuscht bin, dass ich die Tage nicht zu dir kommen konnte, wie wir es vorhatten. Deswegen fällt es mir gerade schwer dich anzurufen. Es lässt die Sehsucht nur noch weiter wachsen. Wenn ich die Wärme deiner Stimme höre und die Liebe und die Nähe die ich spüre noch intensiver wird, als es so schon ist. Obwohl wir beide hunderte Kilometer von einander getrennt sind. Das löst auch in mir leidvolle Gefühle aus. Wir sind so verletzlich wenn wir lieben. Liebe schwächt das Ego. Die wahre Liebe wohlgemerkt. Ich denke, daher kommt auch die Angst es vollkommen und wirklich zu zulassen. Zu dem wir werden älter und die Narben auf der Seele nehmen zu. Jeder Anlass, als Angriff oder Kränkung genommen wird um die leidvollen Gefühle der Liebe zu erklären.“

Sie hat sich währenddessen gesetzt. Der Überraschungsschrecken hat sich gelegt und sie hört ihm hell wach und in tiefer Ruhe zu. Je länger und mehr er spricht, umso ruhiger wird sie. Bis er fertig mit seinen Worten ist. Eine kurze Gedankenpause entsteht bis sie mit fester Stimme antwortet:

“Natürlich ist es traurig, dass es wieder einmal nicht geklappt hat. Es ist traurig, dass wir uns nicht sehen konnten, so dass wir uns auch körperlich mal wieder nahe sein durften. Doch ist es auch im Nachhinein immer nur eine Betrachtungsweise. So ist es immer nur traurig und enttäuschend, wenn wir nicht das gesamte Bild betrachten. Zudem auch noch zu viele bewusste und unbewusste Erwartungen aufgebaut haben. Warum sehen wir nicht das Ganze, was wir haben. Denn das ist etwas wundervolles, wofür wir dankbar sein müssen. Wir wissen beide, dass keiner eine Schuld daran trägt, dass wir uns nicht sehen konnten. Wieso sollte also dann eine Kränkung entstehen? Sind es immer nur unsere Gedanken die dann kränken. Genauso wie wir immer wieder vergessen wollen, dass alles vergänglich ist, wenn etwas zu schön und wundervoll ist. Doch so vergessen wir automatisch, dass auch das Leidvolle vergänglich ist. Wir wissen nicht was in der Zukunft kommen wird. Wissen wir aber, weil wir die Erfahrung schon machen durften, dass all das, was wir beide zusammen haben, uns niemand und nichts mehr nehmen kann. Also mir nimmt so ein Telefonat mit dir immer jeden Anflug von Traurigkeit und versetzt mich in eine unsagbare Ruhe. Ein Urvertrauen, wie im ersten unserer Augenblicke kehrt zurück, das mir sagt, alles ist gut so wie es ist.“

„ Ja, dass äußere Faktoren eine Rolle spielen, wissen wir ja auch. Ich bin aber sehr zuversichtlich dass sich bald wieder eine Gelegenheit ergeben wir, dass wir uns sehen und nah sein können.“ räumte er kurz ein.

Sie blieb weiter ganz ruhig in fester Stimme „ Ich bin mir sicher, dass es so kommen sollte, weil der Zeitpunkt nicht der rechte war. Auch wenn es unsere Sehnsucht, Erwartungen und Wünsche noch stärker gemacht hat. Aber der rechte Zeitpunkt wird kommen. Dann wenn wir nicht damit rechnen. Ja wir wissen, dass es viele Faktoren gibt die eine Rolle spielen. Doch dann werden sie nicht da sein. Wir werden diesen Punkt genau spüren, sehen und erkennen. Da bin ich mir ziemlich sicher.“

Er seufzt:“ Es ist schön deine Stimme zu hören.“

Sie errötet: „Ja, ich finde es auch sehr schön dich zu hören.“

Seine Stimme klingt ernst: „Leider muss ich jetzt Schluss machen. Manche Momente bereichern uns für eine ganze lange Zeit. Ich habe es erleben dürfen mit dir. Ich sehe dich, weil ich mit dir so sehr verbunden bin. Ich sehe dich, weil du dich offenbarst. Ich sehe dich, wenn ich in Gedanken bei dir bin, im Traum in deinem Raum bin und es fühlt sich fantastisch an. Ich sehe dich, wahrscheinlich so, wie du wirklich bist und ich möchte nicht die Augen, Ohren, Kopf und Herz schließen, weil es ein so kostbares Geschenk ist, dich sehen zu dürfen.“

Sie weis gar nicht mehr was sie sagen soll, so ist sie von Verlegenheit berührt, welche auch in ihrem „Ich liebe Dich“ zu hören ist, bevor sie auflegen.

Ergriffen von den ganzen Worten. Erfüllt von dem mächtigen Gefühl der Liebe, kuschelt sie sich auf ihr Sofa zurück. Natürlich verspürt sie Sehsucht. Aber sie gibt ihr keinen Raum.

Kaum hat sie eine gemütliche Position eingenommen, klingelt es an der Tür. „Nein, sie will jetzt nicht aufmachen. Es ist Sonntag, Valentinstagsmorgen. Wer sollte da jetzt bei ihr klingeln. Wahrscheinlich sind es nur wieder irgendwelche Kinder die ins Haus hinein wollen.“ Also bleibt sie da wo sie ist, als es wieder mehrfach hintereinander klingelt.  Sie legt ihre Decke über die Schulter und rappelt sich leicht genervt doch wieder hoch. Da sie eigentlich keinen Besuch erwartet und auch möchte. Sie drückt den Türöffner und gleich darauf hört sie schnelle Schritte auf der Treppe immer näher kommen.

Als sie die Wohnungstür öffnet, stet sie wie paralysiert da, bei dem Anblick der sich ihr bietet. Ihre Decke gleitet aus den Händen. Alles ist noch intensiver und unglaublicher, als wie beim ersten Mal als er genau da stand und ihre Blicke sich das erste Mal trafen. Langsam und ohne Worte geht er auf sie, in der Wohnung stehend, zu. Nimmt sie in all ihrer spürbaren Liebe, fest in den Arm und sie merken nicht mehr, wie die Tür hinter ihnen ganz leise ins Schloss fällt.

 
© by Emma (14.02.2010)

 
(Seht es als meinen kleinen Versuch, eines lyrischen Beitrages zum Valentinstag, zu dem mir kein besserer Titel eingefallen ist, außer den Worten von Zarah Leander).

 

 

Kommentare:

 

Yamuna Ich will mich eher auf die schöne,romantische Liebesgeschichte beziehen und fühle, in unseren Sehnsüchten gibt es unwahrscheinlich viele Räume und Licht.
Kaputtpunkt hat die Leander – große diva, die sie unumstritten war – all ihre schmachtenden worte selber gedichtet? ich recherchiere in sachen genialität & egozentrik…
gruß ohne kuß
kapu

 

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von | November 30, 2010 · 9:34 pm

Liebes-Lied von Rainer Maria Rilke eingereicht von Ulli, 12. April 2010

«Liebes-Lied» von Rainer Maria Rilke 

eingereicht von Ulli
 

Liebes-Lied
 

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Hand,

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von | November 30, 2010 · 6:44 pm